Zwischen den Polen.
Die Prävalenz bipolarer Störungen liegt bei ca. 1% der Bevölkerung (12-Monatsprävalenz). Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Die erste Episode tritt gewöhnlich zwischen dem 15.und 30. Lebensjahr auf. Oft vergehen jedoch Jahre, bis die Diagnose einer BIP gestellt wird, da häufig zunächst nur depressive Episoden auftreten und erst im späteren Verlauf (mit der ersten manischen Episode) klar wird, dass es nicht um eine monopolare rezidivierende Störung, sondern um eine bipolare Störung geht. Für die Entstehung manisch-depressiver Erkrankungen spielt die genetische Vulnerabilität eine wichtige Rolle. Allerdings ist es letztlich die Gen-Umwelt- Interaktion, die entscheidet, ob bestimmte Gene „aktiviert“ werden oder nicht und eine bestimmte Erkrankung im späteren Leben klinisch manifest wird oder eben nicht (Vulnerabilitäts-Stress-Modell). So zeigt beispielsweise die Konkordanzforschung bei Zwillingen (gleiches Erbgut), dass nicht beide an einer BIP erkranken müssen.
Depressive und manische Episoden treten bei bipolaren Störungen sowohl im (unterschiedlich schnellen) Wechsel als auch im gemischten Zustand auf. Sowohl depressive als auch manische Episoden können zudem von wahnhaften Symptomen begleitet sein. Die genaue Einordnung und Diagnose wird von einem Psychiater vorgenommen und gestellt.