Der schizophrene Formenkreis.
Häufig begegnen uns in der psychiatrischen Klinik folgende Störungsbilder: schizophrene Psychosen, schizoaffektive Störungen, wahnhafte Störungen und organisch bedingte Psychosen (z. B. i.R. einer neurologischen Erkrankung oder drogeninduziert).
Charakteristisch für die Schizophrenie (Prävalenz von ca. 0,5-1% der Gesamtbevölkerung, Männer und Frauen gleich häufig betroffen) sind folgende Symptome (mind. eines der ersten vier und zwei der nachfolgenden Symptome):
- das Gefühl, dass die eigenen Gedanken laut werden, von außen eingegeben, entzogen werden oder sich ausbreiten
- eine Wahnsymptomatik (z. B. Verfolgungs- oder Beeinträchtigungswahn)
- akustische Halluzinationen i.F. kommentierender oder dialogischer Stimmen
- bizarre Wahnvorstellungen (z. B. wahnhafte Überzeugung, eine bestimmte berühmte Persönlichkeit zu sein)
- anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesqualität
- Störungen im formalen Denken, wie Gedankenabreißen, Zerfahrenheit, Danebenreden oder Neologismen
- Katatone Symptome, wie Erregung, Mutismus, Stupor
- Negativsymptome, wie affektive Verflachung, Sprachverarmung, Apathie, Abnahme der sozialen Leistungsfähigkeit, Alogie, Aufmerksamkeitsstörung, Rückzug
Der Verlauf schizophrener Psychosen kann episodisch remittierend, episodisch zunehmend oder chronisch sich verschlechternd sein. Wir unterscheiden in den ggw. Klassifikationssystemen mehrere Unterformen der Schizophrenie: die paranoide (weltweit häufigste), die hebephrene, die katatone und die undifferenzierte.